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Grußwort der Präsidentin der Weltblindenunion

Foto: Maryanne DiamondLiebe Freunde der Brailleschrift,

ich kann mir das Leben ohne die Brailleschrift nicht vorstellen. Wenn ich rückblickend über mein Leben nachdenke, dann fühle ich mich äußerst glücklich, dass ich schon als kleines Kind gelernt habe, die Punktschrift zu lesen und zu schreiben. Die Nutzung der Blindenschrift – so glaube ich – trug maßgeblich zu meinem Erfolg in Ausbildung und Beruf sowie zu meiner Teilhabe an der Gesellschaft bei.

Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen beinhaltet das Recht auf Zugang zu Bildung und bezeichnet die Brailleschrift als ein unverzichtbares Kommunikationsmittel für all diejenigen von uns, die blind sind. Die Entwicklung von Lesekompetenz, die Förderung lebenslangen Lernens und der barrierefreie Zugang zum Wissen der Welt sind heute erreichbare Zielstellungen für jedermann. Die Brailleschrift hat sich in den vergangenen 200 Jahren unentwegt weiterentwickelt, um unsere Bedürfnisse zu erfüllen – aber die immer schneller werdenden Veränderungen und die Explosion von Informationen, wie wir sie im Moment alle erleben, erfordert eine frische und innovative Herangehensweise an die Zukunft der Punktschrift als lebendiges Medium des 21. Jahrhunderts.

Wie Millionen andere blinde und sehbehinderte Menschen, stehe ich für immer in der Schuld von Louis Braille, für das Erbe, das er uns hinterlassen hat. Der Weltkongress Braille21 wird sich der Herausforderung stellen, zu gewährleisten, dass die Brailleschrift ein grundsätzliches Kommunikationsmittel für alle blinden Menschen in einer sich ständig verändernden Welt sein wird. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe sicherzustellen, dass Punktschrift hergestellt und gelehrt wird, dass sie für jeden bezahlbar ist, der sich in Zukunft dafür entscheidet, sie zu nutzen.

Ich freue mich sehr auf Braille21 – und darauf, Sie alle dort zu treffen.

Maryanne Diamond
Präsidentin der Weltblindenunion

Braille-Botschafter

Foto Hans Cohn

Hans Cohn (89),
London/Großbritannien

»Obwohl ich mich darin üben musste, andere Medien zu nutzen, ist die Brailleschrift immer meine bevorzugte Wahl gewesen, speziell für schwierige Texte wie offizielle Dokumente und Lyrik. Es wäre eine Tragödie, wenn Braille wegen der Verbreitung elektronischer Medien nicht mehr genutzt werden würde.«

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